BenQ FP91G+ Reparatur

Mein BenQ FP91G+ LCD Bildschirm (Modell Q9T4) hatte nach langen Jahren treuen Dienstes eben diesen eingestellt. Das Symptom war zunächst, dass der Bildschirm noch kurz anging (Power LED leuchtete grün), sich aber dann nach 2-3 Sekunden wieder abstellte.

Nach einigen Wiederholungen brannte wohl die interne Sicherung für den „Inverter“ durch und der Bildschirm ging an, blieb aber schwarz. Mit einer starken Lichtquelle (z.B. Taschenlampe aufs Display stellen) konnte man sehen, dass durchaus ein Bild angezeigt wurde, die Hintergrundbeleuchtung aber nicht mehr ging.

Das scheint ein nicht unbekannter Fehler zu sein. So habe ich im Netz verschiedene Quellen gefunden, und mich an die Reparatur gemacht. Leider ist mir erst später eingefallen, dass es vielleicht sinnvoll gewesen wäre, den Prozess auch mit Fotos zu dokumentieren. Nun ja, dafür mache ich den Monitor auch nicht mehr auf, war schwer genug ihn zu öffnen.

Also in Kürze:

  • Einer der 2SC5707 war defekt (es werden jeweils zwei Pärchen eingesetzt). Im eingebauten Zustand lässt sich die B-E Strecke einfach messen (es lässt sich so aber nicht ermitteln, welche der Transistoren im jeweiligen Pärchen hinüber sind). Bei einem Pärchen lag hier ein Schluss vor, das andere Pärchen hatte die erwarteten 0,6 V Spannungsabfall. Also die beiden mit Schluss ausgelötet und getauscht (tatsächlich war aber wohl nur einer defekt).
  • Laut dieser Seite, die die Reparatur einer sehr ähnlichen Schaltung beschreibt, sollte man zudem:
    • Die Trafos des Inverters nachlöten (+ eventuell dabei ein wenig Lötzinn zugeben), da sie häufig kalte Lötstellen haben.
    • Die „Tuning-Kondensatoren“ (0,22 μF Folienkondensatoren) prüfen. Ich habe den fraglichen Kondensator nicht geprüft, sondern einfach mit einem entsprechenden WIMA MKS-4 250V ausgetauscht. Der ist ein wenig größer als der alte, aber man kann ihn „quer“ einbauen und den zweiten Pin mit einem Stückchen Draht mit der Platine verbinden.
  • Die durchgebrannte 3 A Pico Fuse für den Inverter durch eine neue ersetzt.
  • Jetzt funktionierte der Monitor im Prinzip wieder, aber das Backlight ging nicht mehr aus! Da war wohl auch der Buck royer circuit p-channel FET FQU11P06 (was immer das auch sein mag) vor dem 2SC5707 Pärchen auf Durchzug geschaltet. Also den auch ausgetauscht mit einem FU9024N, wie auf der Seite angegeben

Bildschirm funktioniert jetzt wieder! Ich bin gespannt wie lange…

8 Gedanken zu „BenQ FP91G+ Reparatur

  1. Hallo,
    bei mir trat ein ganz ähnlicher Defekt auf: Der Monitor lies sich noch einschalten (grüne LED leuchtete), aber es kam kein Bild mehr.
    Daraufhin habe ich das Gehäuse aufgeschraubt und die Sicherungen per Durchgangstester geprüft -> Die 3A „PF801“ war scheinbar durchgebrannt. Zum Testen habe ich diese einfach überbrückt, was sich als Fehler herausstellte…kurz nach dem Einstecken roch es verbrannt. Nun geht nicht mal mehr die grüne LED an.
    Ich habe nun bei Ebay günstig einen FP91G (ohne + oder x) erworben, welcher von den Ausleuchtungswerten und der Reaktionszeit etwas schlechter ist. Denkst du es ist möglich die Platine des FP91G in den FP91GX einzubauen? Die Platinen der verschiedenen Benq-Modelle scheinen sich ja sehr ähnlich zu sein, wie dein Link „electronicrepairguide.com“ zeigt.
    Nunja, jetzt mal abwarten bis der „neue“ Monitor ankommt. Ich hoffe die Platine ist der kaputten ähnlich.
    Denkst du da könnte was kaputt gehen?

    Liebe Grüße!

    1. Hallo Slah,

      im Internet findet man häufig Hinweise, dass Sicherungen von vornherein als Drahtbrücken bestückt wurden, aber das bezieht sich meines Wissens nicht auf die Sicherung für den Inverter. Bezüglich der Platinen kann ich leider nichts sagen. Neben der Stromversorgung für das Backlight sitzt da ja auch die Versorgung für die restliche Elektronik drauf. Hier könnte es ebenfalls Unterschiede geben.

      Viel Erfolg wünsche ich!

  2. Könntest Du näher beschreiben, wie Du den Monitor geöffnet hast? Lösen der 5 Schrauben im Deckel scheint nicht zu reichen. Ich vermute der Rand ist mehrfach verklemmt. Es gibt aber nur 2 Aussparungen zum hinterhaken.

    jo

  3. Ich antworte mir mal selber:
    Man muss erstmal drauf kommen, dass der vordere Rahmen von der Rückwand gelöst werden muss damit es weiter geht. Das erfordert etwas Mut und Gewalt. Der Rest erschließt sich dann wieder von selbst. Werde mal einige offensichtlich defekte Elkos ersetzen und sehen, ob es dann wieder klappt.

    jo

    1. Hallo jo.
      ich habe ein analoges Problem mit dem Öffnen des Gehäuses eines BenQ FP91E. Nach Entfernen der fünf Schrauben und des Standfußes läßt sich vordere und hintere Gehäuseschale zumindest nicht ohne etwas ungezielte Gewalt trennen. Aber wo gehe ich da mit der besagten Gewalt ran ??? Wenn ich in die beiden Schlitze an der Unterkante rechts und links einen flachen breiten Schraubenzieher stecke kann ich die Teile minimal auseinanderspreizen, aber sonst nichts. Bei mehr Kraft bricht das Plastik aus. Für einen Tip wäre ich dankbar. Peter

      1. Hallo Peter,

        ich hätte damals wirklich Fotos machen sollen, aber ich erinnere mich auch nur noch an sanfte Gewalt. Das hier sieht ziemlich ähnlich aus, vielleicht hilft das? Und hier sieht man zwar nicht wie der Monitor aufgemacht wird, dafür sieht man die Position der Befestigungen in den späteren Videos.

        1. Hallo jo
          vielen Dank für die blitzschnelle Antwort!
          Da ich aus den YouTube-Videos auch nicht viel schlauer wurde (auch wenn man bei einem der bescheidenen Filmchen die Rastnasen des Frontrahmens etwas ‚erahnen‘ kann) habe ich mich mit einer Gipserspachtel (!) bewaffnet und von unten her beginnend – von den beiden Schlitzen zwischen Front- und Rückteil ausgehend – vorsichtig und höchst erfolgreich fast gewaltfrei (!) das Gehäuse geöffnet. Im Netzteil meines FP91E waren von den 10 Elkos auf der Sekundärseite zwei geplatzt (!) und bei vieren hatte es den Deckel aufgewölbt. Nach Austausch (€ 3,02 bei Conrad für alle 10 Stück) läuft der Monitor auf Anhieb wieder wie neu! Halbleiter hatte es offensichtlich nicht gekillt.
          (Früherer Fehler: Monitor geht entweder erst nach einem Dutzendmal Ein- und Ausschalten oder auch garnicht mehr an)

          Peter

  4. P.S. Insgesamt fanden sich auf der Leiterplatte neben den defekten Elkos auch über zwei Dutzend (!!!!!) kalte oder offensichtlich mangelhafte Lötstellen, die sicher auch für den Totalausfall verantwortlich sein konnten.

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